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Stahl Brandenburg mit seiner über 50jährigen Geschichte ist den Menschen in ganz Deutschland und sogar in einigen Regionen Europas ein Begriff. Hier entstand anfänglich ein wahrer Ostverein, einfach gemacht für die Leibesertüchtigung der Stahlwerker und ihrer Kinder sowie allen sportlich interessierten Havelstädtern. Neben den Fußballern gab es viele Sportarten, die unter dem Dach der Betriebssportgemeinschaft ihr Zuhause fanden. So wurde Handball, Tischtennis und Rugby gespielt, gerudert, gekegelt, geboxt und Wassersport getrieben. Ebenso beherbergte die BSG Stahl einen Spielmannzug. Schon 1930 wurde im Brandenburger Westen Fußball gespielt, im 1930 in der Gaststätte "Behrs", später "Glückauf", in der Magdeburger Landstraße Ecke Bayernstraße gegründeten SC Walzwerk. 1933 dann fusionierte dieser mit Neuendorf 1921 zum Brandenburger Sportverein 21. Führend im Sport waren jedoch der Brandenburger BC 05, VfL Brandenburg und der VfB Brandenburg (noch bekannt als der kürzlich aufgelöste Rot-Weiß Brandenburg). Nach dem Krieg dann war es die SG Brandenburg-West, in der wieder Sport getrieben wurde.

 

Fünf Jahre nach Kriegsende, am 20.11.1950, wurde dann Stahl Brandenburg gegründet. Die Fußballer spielten in eher unbedeutenden Wettkämpfen, damals noch auf dem heutigen Lok-Sportplatz am Waldcafe Görden. Wo sich heute das Stahl- Stadion befindet, standen in dieser Zeit noch die Baracken eines ehemaligen Kriegsgefangenenlagers und ein Bauernhof. Der kleine Platz am Waldcafe, unweit des Gördensees war jedoch völlig ausreichend, denn den bedeutenden Fußball spielten in Brandenburg Motor Süd, Lok Kirchmöser und Einheit Brandenburg. Letztere waren eine Mannschaft der Stadtverwaltung und wurde in der Saison 1953/54 Meister der Bezirksliga Potsdam. Sie spielten in roten T-Shirts und überdimensionalen weißen Hosen. Schon in dieser Zeit kristallisierte sich eine große Rivalität zwischen Einheit und Motor Süd heraus, ging es doch um die Vorherrschaft in der Stadt. Die Spiele gegeneinander wurden oft sehr hart und unfair geführt.

1955 dann wurde Einheit aufgelöst und die meisten Fußballer wechselten zu Stahl Brandenburg. So übernahm der Verein ab der Saison 1955/56 den Startplatz von Einheit in der Bezirksliga und spielte fortan unter dem Namen Stahl eine bedeutende Rolle im Brandenburger Fußball. Zuschauerkrösus blieb allerdings Motor Süd mit bis zu 8000 Anhängern, und so mancher Nachwuchskicker von Stahl schaute sich heimlich die Spiele des Rivalen an. 1957 dann stieg Stahl zusammen mit Rotation Babelsberg II und Lok Kirchmöser in die 2. Liga auf, damals hinter der Oberliga und der 1. Liga die dritthöchste Spielklasse. Hier traf man wieder auf den Rivalen Motor Süd, jedoch unterlag die Stahl-Elf dem späteren Aufsteiger 1:6 auf dem Seelenbinder-Sportplatz bzw. 1:3 zu Hause. Das Intermezzo dauerte leider nur ein Jahr, dann stieg man zusammen mit Lok Kirchmöser wieder ab. Während diese bereits im darauffolgenden Jahr den Wiederaufstieg schafften, rutschte Stahl weit ab und in der Tabelle der Bezirksliga konnte nur noch der 10. Platz belegt werden, 3 Plätze hinter der in Brandenburg aufstrebenden Mannschaft von Aufbau (heute Brandenburger Sport- und Ruder Klub 1883) Auch Anfang der 60er Jahre blieb Stahl vorerst der, nun zweigleisigen, Bezirksliga erhalten. Wieder kamen zwei Brandenburger Mannschaften hinzu, mit denen Stahl sich messen musste. Zum einen Motor Süd, leider nur deren zweite Vertretung sowie Motor Nord, eine Vertretung der Brandenburger Thälmannwerft, die am Platz an der Brielower Brücke, unweit des Beetzsees spielten und sich kurze Zeit später in Lok Brandenburg, mit der Reichsbahn als Träger, umbenannten.

Die Saison 1963/64 war eine der interessantesten Spielserien im Brandenburger Fußball. Gleich mit vier Stadtrivalen musste Stahl sich messen. So kam es wieder zum Prestige-Duell gegen die aus der 2. Liga abgestiegenen Motor Süd (2:6/2:1), Lok Kirchmöser (1:1/2:6), Lok Brandenburg (2:0/1:2) und Aufbau Brandenburg (4:5/3:0). Die Bezirksliga war nach einer Reform nun die dritthöchste Spielklasse der DDR. In den darauffolgenden Jahren waren die Stahl-Fußballer immer unter den ersten 4 anzufinden, bevor dann 1968 der Titel des Bezirksmeisters errungen werden konnte. In der Aufstiegsrunde zur DDR- Liga mussten man jedoch Aktivist Böhlen und Chemie Wolfen den Vortritt lassen. Im darauffolgenden Jahr reichte es nicht zur Qualifikationsrunde, denn es konnte hinter Stahl Hennigsdorf und Motor Babelsberg nur der 3.Platz erreicht werden. Noch immer waren die Zuschauerzahlen eher gering. Wollten am 2. Spieltag 3200 Fans das Derby gegen Motor Süd (1:1) sehen, waren es beim Spiel am Waldcafe bei Lok Brandenburg (3:1) gerade einmal 200. 1969/70 dann sollte sich das schon ändern. Nach der Halbserie lag Stahl ungeschlagen mit sensationellen 30:0 Punkten und 56:5 Toren vorne. Die Torjägerliste führten Bannies (15), Mohrmüller (11) und Kriegbaum (8) an. Auch das Zuschauerinteresse stieg. So kamen zum Spitzenspiel gegen Stahl Hennigsdorf immerhin 4500 Zuschauer. Zum Saisonende dann wurde mit 3 Punkten Vorsprung auf Motor Hennigsdorf abermals die Aufstiegrunde erreicht. In ihr konnte sich Stahl mit 3:0 gegen Lok Halberstadt, 2:2 gegen Veritas Wittenberge sowie mit 0:1 bei der zweiten Mannschaft von Chemie Leipzig und einem 1:0 bei Chemie Buna Schkopau durchsetzen. Erstmalig gelang der Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse und nun war Stahl die unbestrittene sportliche Nummer 1 im Brandenburger Fußball. In der DDR-Ligastaffel Nord gelang Stahl dann in der Premierensaison ein 8.Platz (in der darauffolgenden Saison kam es zu einer Ligareform: die DDR-Liga wurde von 2 auf 5 Staffeln aufgestockt und die BSG Stahl wurde in die Staffel C eingeordnet) . 

In den Siebziger Jahren hatte Stahl 3 Mannschaften im Männerbereich gemeldet (DDR-Liga, Bezirksliga, Kreisklasse) und einen großen Nachwuchsbereich mit 12 Mannschaften. Sogar eine Frauenmannschaft gab es von 1969-71. Es boten sich in der DDR- Liga viele sportliche Leckerbissen für die Brandenburger Fußballfans. So gaben Mannschaften wie Chemie und Vorwärts Leipzig, der HFC Chemie und Vorwärts Dessau ihre Visitenkarten im Stahl-Stadion ab. Unvergessen sind auch die Pokalauftritte, 1973 gegen den BFC Dynamo (1:4) oder im Achtelfinale der Saison 75/76, als man gegen den gleichen Gegner 0:5 in Berlin und am Quenz sogar 0:9 unterging. 1978/79 wurden ebenfalls die Achtelfinal-Begegnungen erreicht, jedoch erwies sich hier Rot-Weiß Erfurt (0:4/1:3) als eine Nummer zu groß. Trotzdem war hier schon ein Hauch von "großem Fußball" in Brandenburg zu spüren. Stahl hielt sich (bis auf Saison 72/73, als man auf Platz 2 landete) meist im unteren Mittelfeld in der Tabelle der Liga-Staffel C auf, bis die Mannschaft 1979 in die Staffel B eingegliedert wurde. Nun sollte es sportlich besser laufen. Schon in dieser Saison wurde der 4. Platz belegt. Bereits in den siebziger Jahren bildeten sich einige Fan- Gruppen, die Stahl bei Heimspielen anfeuerten. Anfang der 80er Jahre dann gab es immer mehr Leute, die sich blau-weiße Schals anschafften und gemeinsam die Stahl- Elf unterstützen. Auswärts fuhren diese nur vereinzelt, zumal viele von ihnen noch andere Clubs, vor allem aber den 1. FC Magdeburg in der Oberliga, unterstützten. Eine größere Gruppierung, die organisiert zu einem Auswärtsspiel fuhren, gab es das erste Mal in der Saison 1981/82, als sich ca. 40 Stahl-Fans per Zug auf den Weg zum EAB 47 Lichtenberg machten. Auch die Spiele in Babelsberg und Premnitz waren aus Sicht der Fans Höhepunkte, machten sich zu letzterem sogar ein paar Tausend Brandenburger per Zug auf den Weg.

In den 80ern sollte Stahl den bis heute unerreichten Höhepunkt seiner Geschichte erlangen. In der Liga traf man nun auf Oberliga- Absteiger Union Berlin und den alten Rivalen Motor Süd. Während der 1.FC Union die Tabelle souverän anführte, stieg Motor Süd sofort wieder ab. Stahl gelang gegen Union allerdings ein 2:1- Heimsieg. Der 1. FC Union verpasste in der Relegation den sofortigen Wiederaufstieg in die Oberliga und so begrüßte die BSG Stahl die Wuhlheider im darauffolgenden Jahr wieder am Quenz. Auch diesmal konnte der Spitzenreiter mit 3:0 niedergerungen werden. Der 1. FC Union trat den Weg zurück in die Oberliga an. 1982/83 schaffte Stahl fast den Sprung ins Oberhaus. Mit 5 Punkten Vorsprung vor Dynamo Fürstenwalde und Oberliga-Absteiger Energie Cottbus, wobei letzterer sensationell mit 5:0 besiegt werden konnte, errang Stahl den Staffelsieg. In der Aufstiegsrunde jedoch reichten auch Siege gegen Chemie Leipzig (4:1) und Schifffahrt/Hafen Rostock (2:0/4:2) nicht aus, denn am Ende bekamen Leipzig und Stahl Riesa die begehrten Plätze. Im darauffolgenden Jahr sollte es dann passieren. Stahl sicherte sich wieder den Staffelsieg in der Liga. Mit 62 erzielten Toren lag man weit vor den anderen und gleich 3 Stahl-Akteure konnten sich in die Torschützenliste ganz oben eintragen. Holger Döbbel und Peter Schoknecht führten sie mit je 13 Treffern an, dicht gefolgt von Frank Jeske. Trotzdem waren Motor Babelsberg, Stahl Eisenhüttenstadt, Rotation Berlin und Energie Cottbus den Brandenburgern lange Zeit dicht auf den Fersen. Das Stahl-Stadion wurde zur Festung. Nur Rotation Berlin und Chemie PCK Schwedt konnte einen Punkt entführen, die restlichen Spiele wurden gewonnen. In dieser Saison traf Stahl das letzte Mal für lange Zeit auf Motor Süd.


Weit abgeschlagen mit nur zwei Siegen stand der Rivale, der keiner mehr war, auf dem letzten Tabellenplatz. Einen Sieg erzielten sie ausgerechnet gegen Stahl, vor 3600 Zuschauern auf dem Seelenbinder-Sportplatz. Unglücksrabe war dabei Frank Jeske, der den Ball in der 86. Minute zum 1:2 ins eigene Netz lenkte. Es machte nichts, denn Stahl machte sich zum Unternehmen Oberliga bereit, um sich dort größeren Aufgaben zu widmen. Die Aufstiegsrunde begann planmäßig. Vor 11000 Zuschauern konnte in Dessau ein 4:0 erkämpft werden. In einem hochklassigen Spiel wurde daraufhin Sachsenring Zwickau mit 1:0 besiegt, eine Partie, die lange offen war. Sensationelle 11000 Zuschauer verfolgten diesen Kampf im Stahl- Stadion, soviel wie noch nie. In den darauffolgenden Begegnungen konnte bei Dynamo Schwerin 2:1 gewonnen werden, vor 10500 Zuschauern verlor man jedoch das Heimspiel gegen Motor Suhl. Die Spieler zeigten sich nervös, wurden ihrer Favoritenrolle nicht gerecht. Stahl schoss sich zwar in der darauffolgenden Woche im Rückspiel gegen Dessau den Frust von der Seele (3:1) und belegte immer noch den 1. Tabellenplatz, durch waren sie jedoch noch nicht. Im folgenden Spiel bei Sachsenring Zwickau jedoch konnte der Aufstieg endlich klar gemacht werden. Mit einem 3:1 verließ die Mannschaft das Dimitroff-Stadion, die Spiele gegen Schwerin (6:1 mit Ehrenrunde vor dem Spiel vor 7000 feiernden Zuschauern) und bei den ebenfalls aufgestiegenen Suhlern (2:2) waren nur noch pro forma.

Das erste Oberliga-Spiel im mit 15500 Zuschauern erstmals ausverkauften Stahl-Stadion ging zwar gründlich daneben (1:5), jedoch konnte zum Schluss die Klasse gehalten werden. Im darauffolgenden Jahr gelang der Stahl-Mannschaft etwas, was in der Oberliga einmalig war: Der fünfte Tabellenplatz berechtigte zur Teilnahme am UEFA-Cup und somit spielte ein Aufsteiger schon nach seiner zweiten Saison international. Im Zuge von Aufstieg und UEFA-Cup begann der Stadionausbau. Eine weitere Tribüne wurde errichtet, dazu kam eine Anzeigetafel russischen Fabrikats sowie etwas später eine gigantische Flutlichtanlage. Sie gehörte zur Zeit ihrer Entstehung zu den leistungsstärksten in Europa. Die beiden Europacupspiele gegen den FC Coleraine und den IFK Göteborg avancierten zu den unvergessen Höhepunkten in der Historie Stahls. Beide Male war das Stadion restlos überfüllt. Kamen gegen Colaraine noch 18000 (die offizielle Kapazität lag bei 15500), waren es gegen Göteborg inoffizielle 22000. Auf Bäumen, Dächern, Leitern und in den gnadenlos überfüllten Kurven erlebte man einen großen Kampf, in dem sich die Stahl-Elf nie aufgab. Stahl schied zwar gegen den späteren Cup-Sieger aus, aber den Mythos Europa- Cup konnte der Havelstadt niemand mehr nehmen. In den sieben Jahren in der höchsten Spielklasse war Stahl eine sportliche Bereicherung. Heiße Duelle gegen Lok Leipzig, den BFC und besonders Dynamo Dresden bleiben unvergessen. Der Angstgegner der großen Dynamo hieß über viele Jahre Stahl Brandenburg. In dieser Zeit hatte die Fankultur Hochkonjungtur. Stahl- Fans waren in ihren Aktivitäten äußerst wankelmütig. Während nach Magdeburg 3000, nach Dresden immerhin noch 500, fuhren, kam es schon mal vor, dass an einem Mittwochabend in Karl Marx Stadt nur 6 Brandenburger im Dr. Kurt Fischer Stadion anzutreffen waren. In den Heimspielen lag man jedoch selten unter dem Schnitt von 10000.

Nach der politischen Wende in der DDR gingen die Zuschauerzahlen etwas zurück und der Verein wurde in BSV Stahl Brandenburg umbenannt. Mit der Demontage des Brandenburger Stahl- und Walzwerkes brach gleichzeitig auch der größte Trägerbetrieb weg. Sportlich spielte Stahl, nach dem Anschluss des DFV der DDR an den DFB um die Relegation zur zweiten Bundesliga. In nervenaufreibenden Partien konnte sich gegen den 1.FC Magdeburg (1:0/3:2), den BFC Dynamo (0:0/1:3) und den 1.FC Union Berlin (2:1/2:0) durchgesetzt werden. Das Ziel war erreicht. Die Saison in der 2. Bundesliga, in der die Gegner Hannover 96, FC St. Pauli, Eintracht Braunschweig und Hertha BSC hießen, verlief nicht nach Plan. Nach einigen achtbaren Ergebnissen in der Hinrunde (u.a. ein spektakulärer 4:0-Heimsieg gegen St.Pauli und ein 3:0-Heimsieg gegen Hannover 96) stieg Stahl letztendlich sofort wieder ab. Nun wurde in der NOFV- Oberliga Nord um den Wiederaufstieg gespielt, allerdings erreichte die Mannschaft erst eine Saison später den Staffelsieg, scheiterte aber in der Relegation. Im entscheidenden Spiel gegen den FSV Zwickau gab es zwar noch einmal eine saisonale Rekordkulisse von 8000 Zuschauern (darunter 1500 Sachsen), jedoch hielt sich die Stimmung in Grenzen. Kaum jemand glaubte an einen Sieg mit 2 Toren Unterschied gegen die Zwickauer. Am Ende stand ein 1:1 Unentschieden, und somit war es vorerst das letzte Mal, dass Stahl an die Tür zur Bundesliga klopfte. Wirtschaftlich gesehen wäre sie zu dieser Zeit in Brandenburg sowieso zwei Nummern zu groß gewesen. Es kam zum großen Krach im Vorstand und der Hauptsponsor TRP zog sich zurück. Dies geschah alles schon unter dem unrühmlichen Namen BSV Brandenburg, die Bezeichnung Stahl existierte seit 1993 nicht mehr.

Ab 1994 erfolgte der Sturz ins Bodenlose. Der neue Spielerkader erwies sich für die neugegründete Regionalliga als zu schwach, das Gros der Zuschauer brach weg und so wurden die Spiele vor einer traurigen Kulisse ausgetragen. Der Ruf des Vereins erreichte Tiefststand, und konnte sich erst recht nicht nach dem zweimaligen Abstieg aus der Regionalliga, bzw. der NOFV- Oberliga Nord, erholen. Seit 1996 spielt der BSV also fünftklassig, Höhepunkte waren jetzt wieder die Ortsderbys mit dem Lokalrivalen BSC Süd 05. 1998 meldete der BSV seinen wirtschaftlichen Konkurs an. Glücklicherweise gründeten einige engagierte Leute den Nachfolgeverein FC Stahl Brandenburg rechtzeitig, der somit nahtlos am Spielbetrieb der 5. Liga teilnehmen konnte. 1999 stieg der Ortsrivale Süd 05 in die Oberliga auf und Stahl war somit die sportliche Nr. 2 in Brandenburg. Trotzdem gab es einige Male Aufstiegsambitionen, bis zu jener Fusionsidee, der die Mitglieder des BSC Süd 05 und des FC Stahl im Frühjahr 2002 zustimmten. Jetzt kam es zu großen Protesten aus beiden Fan- Lagern und ein Jahr später scheiterte die Idee, die das Aus zweier Traditionsvereine in Brandenburg bedeutet hätte. Nachdem auch die letzten Leistungsträger abwanderten, musste Stahl mit einer jungen, wenig erfahrenen Mannschaft, den Kampf um den Klassenerhalt in der 5. Liga aufnehmen. 3 Jahre lang wurde dieses Ziel immer knapp und erst kurz vor Saisonende erreicht. In der Saison 2004/05 konnte man endlich wieder sportlich vor dem aus der Oberliga abgestiegenen BSC Süd 05 stehen und auch die Zuschauerzahlen gingen wieder nach oben. Leider hielt die Mannschaft in der darauf folgenden Spielzeit sportlich nicht mit der tollen Entwicklung im Verein mit. Die Zuschauerzahlen blieben weiter Ligaspitze, der Sozialtrakt wurde für mehr als 100.000 EUR saniert und bis Ende März schien es so, als sollte man die Saison sorgenfrei zuende spielen. Doch dann kam es knüppeldick. Nach drei Monaten mussten drei bulgarische Spieler zurück in ihre Heimat, das anschließende Derby wurde verloren, obendrein gab es zwei Sportsgerichtsfälle, von denen einer mit einem Punktabzug endete. Nach einer desaströsen Rückrunde stand am Ende der Abstieg aus der Verbandsliga.

In der Landesliga gab es nun einen Neuaufbau mit Trainer Ingo Nachtigall. Nach mittelmäßigem Start kam die Mannschaft langsam in Fahrt und konnte sich ins obere Mittelfeld vorarbeiten. Im Umfeld drücken finanzielle Probleme (Betriebskostenschulden) ein wenig aufs Gemüt, doch diese sollen langsam und nachhaltig bis 2013 abgebaut werden. Nach zwei dritten Plätzen in den Vorjahren und der verlorenen Relegation in der Saison 2007/08 bestimmte Stahl auch in der Saison 2008/09 das Niveau in der Landesliga mit. Zur Winterpause wurde wieder der obligatorische dritten Tabellenplatz belegt, aber in Tuchfühlung zum Tabellenführer Werderaner FC. Zur Winterpause gab es dann einen Trainerwechsel, Ingo Nachtigall ging zum Brandenburgligisten Luckenwalde, es folgte Stahls Torhüterlegende Detlev Zimmer. Mit Zimmer wurde immerhin der 2. Platz in der Landesliga Nord gesichert, auch wenn damit das Saisonziel "Staffelsieger" verfehlt wurde. Glück im Unglück, in dieser Saison berechtigte dieser Platz wieder zu Relegationsspielen gegen den Vertreter der Landesliga Süd, den RSV Waltersdorf 09. Im Hinspiel verlor man zwar noch knapp mit 0:1, aber das Rückspiel wurde zum Fussballfest. Mit 6:2 wurde das Spiel vor begeisterter Kulisse gewonnen und der Wiederaufstieg in die Verbandsliga, die inzwischen in Brandenburgliga umbenannt wurde, war perfekt. In der Brandenburgliga hat die Mannschaft nach schwierigem Saisonbeginn inzwischen Fuss gefasst und den Klassenerhalt in der ersten Saison geschafft.

Der Abstieg hat Stahl Brandenburg also nicht umgeworfen und endlich geht der Blick wieder nach oben.

 

(Von Torsten Gränzer, ergänzt durch Jörg Pochert/Jens Meyer)

Stand: 15.Juni 2010

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